Mein neuer Camper – der VW T4! Das erste Kennenlernen

VW T4 Neukauf Vorstellung Campervan

Ich habe es wirklich getan und einen VW T4 gekauft!

Noch kann ich es selbst nicht richtig fassen, dass er jetzt wirklich bei mir vor der Tür steht! Aber ich bin unglaublich glücklich und frage mich ehrlich gesagt auch ein wenig, warum ich das nicht schon viel eher getan habe. Aber besser spät als nie!

Und natürlich möchte ich ihn auch hier ganz offiziell vorstellen – in dem Zustand in dem ich ihn gekauft habe. Die Rohversion sozusagen – vor dem Ausbau zum Camper.

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Die Idee zum Camper

Den Traum einen eigenen Camper zu besitzen, habe ich eigentlich schon seitdem ich Auto fahren kann. Dennoch habe ich mich immer ein wenig gescheut, mir selbst wirklich einen zu kaufen, weil die Anschaffungspreise meist schon so hoch sind und die Motoren oft alt und beansprucht.

Beispiel: Einen VW T4 California mit original Camping-Ausbau kostet bei über 300.000 km Laufleistung gerne noch über 10.000 Euro!

Vor einigen Wochen kam mir dann die Idee das Ganze vielleicht doch ein wenig kleiner zu gestalten. Wie wäre es mit einem Renault Kangoo, VW Caddy oder etwas vergleichbarem? Ich sah mich also danach um. Doch je länger ich recherchierte, desto mehr Fahrzeuge schieden aus, aus vielen verschiedenen Gründen: zu klein, zu unzuverlässig, zu teuer im Preis-/Leistungsverhältnis.

Dann kam die Idee zum T4 erneut auf – und ich begann wieder zu recherchieren.  Ich stellte fest, dass wenn man es geschickt anstellt und ein paar kleinere Abstriche macht, dass es durchaus möglich ist einen T4 auch für wenig Geld zu bekommen. Also fing ich an mich ausschließlich danach umzuschauen.

VW T4

Die Suche

Ich hatte relativ genaue Vorstellungen, was für einen T4 ich im Idealfall gerne hätte, doch vor allem wollte ich einen Kastenwagen. Das heißt: keine Seitenfenster, weil es mir wichtig ist, dass mein Fahrzeug von außen nicht sehr nach Wohnmobil aussieht.

Ich denke das hat drei Vorteile: viel Privatsphäre und dass man hoffentlich auch mal an eher ungewöhnlichen Orten über Nacht stehen bleiben kann, ohne dass es sofort offensichtlich ist, dass sich Menschen (also zum Beispiel mein Freund und ich) in dem Fahrzeug aufhalten. Last but not least: wenn es nicht nach Wohnmobil ausschaut von außen, ist es vielleicht auch sicherer vor Einbrüchen (da wir damit ja schon negative Erfahrungen gemacht hatten während unseres Spanien-Roadtrips).

Die Suche konnte beginnen.

An dieser Stelle sollte ich noch erwähnen, dass ein Freund von mir einen Meistertitel im KFZ-Bereich hat und mich tatkräftig bei der Suche unterstützte. Ohne ihn hätte ich mir den Kauf eines solchen Fahrzeugs niemals zugetraut! Immerhin sind die T4’s auch keine jungen Hüpfer mehr. Solltest du auch darüber nachdenken, dir einen T4 oder ein vergleichbares Fahrzeug zuzulegen, lass es vorher auf jeden Fall von einem Fachmann prüfen! Der Teufel sitzt oft im Detail!


Erster Versuch

Den ersten T4 den wir uns anschauten, war bereits mit einem Bett und einem Schrank ausgestattet. Allerdings mit einer stolzen Laufleistung von fast 400.000 km auf dem Tacho und äußerlich nicht unbedingt eine Schönheit. Allerdings hatte er wenig Rost und war immer gewartet und repariert worden. Einige Verschleißteile waren frisch ausgewechselt worden. TÜV war ebenfalls noch drauf. Außerdem lag der Preis bei unter 2000 Euro, also dachten wir, man könnte ihm eine Chance geben.

Der erste Eindruck war sogar viel besser, als die Fotos im Internet zuvor es vermittelt hatten. Man hätte ihn mit relativ wenig Arbeit schnell wieder strahlen lassen können. Wir prüften ihn auf Herz und Nieren und waren zuerst auch sehr zuversichtlich. Ich war mir sogar schon fast sicher, dass wir direkt einen Treffer gelandet hatten. Doch die Probefahrt führte dann schnell zur Ernüchterung. Er war ziemlich unruhig, und bei erneuter Prüfung des Motors stellte mein KFZ-Meister-Freund fest, dass ein sehr teures und aufwendig auszuwechselndes Teil hinüber war.

Da auch andere kleinere Reparaturen fällig gewesen wären (um ihn in einen Top-Zustand zu versetzen) war uns das letztendlich in der Summe doch zu viel. Wir ließen ihn stehen. Auf dem Rückweg checkte ich ob neue Angebote online gekommen waren, und tatsächlich, ich fand einen der erst kurz vorher eingestellt wurde und in unser Profil passte. Ich machte noch unterwegs einen Besichtigungstermin für den nächsten Tag aus.


Zweiter Versuch

Meine Hoffnung war beim zweiten Versuch schon etwas gedämpfter. Nicht zu früh freuen, dass hatte ich definitiv am Vortag gelernt. Also wartete ich etwas gelassener auf das Fazit meines mitgebrachten Fachmanns. Doch das fiel überraschend positiv aus. Aber wir testeten den Wagen schon gute zwei Stunden auf Herz und Nieren und handelten was das Zeug hielt (ganze 600 Euro Preisnachlass!), bevor wir uns wirklich dann zum Kauf entschieden. Ich war dann doch etwas überrascht, dass es dann letztendlich doch so einfach war und vor allem so schnell ging!

Aber wir hatten auch wirklich viel Glück. Schon alleine die Tatsache dass er unter 200.000 km gelaufen ist, gibt mir die Hoffnung, dass ich noch eine ganze Weile Freude daran haben werde.

Preis: unschlagbare 1.900 Euro! Ursprünglich war er für 2.500 Euro inseriert.

Ich nahm ihn direkt mit nach Hause.

VW T4 Neukauf Front

Technische Daten

  • Typ: VW T4 (Langer Radstand = + 40 cm im Innenraum!)
  • Erstzulassung: 1997
  • Km-Stand: 180.000
  • Motor:  2.4 Diesel / 75 PS
  • TÜV: frische zwei Jahre

Aktueller Ist-Zustand

Außen

Im Großen und Ganzen schaut er noch sehr gut aus, er hat sehr wenig Rost, vor allem auch an den Stellen, die üblicherweise sehr befallen sind. Allerdings ist der Seitenschweller wegen eines Schadens ausgetauscht worden und das kann man schon sehen. Drumherum sind ein paar Kratzer die verdeckt wurden. Das ist also nicht unbedingt seine Schokoladenseite. Aber irgendwoher muss der günstige Preis ja auch kommen.

VW T4 Seitenansicht Campervan Neukauf

Die Fenster auf der Rückseite sind zugeklebt – das muss auch weg. Mir ist es wichtig, dass ich auch nach Hinten eine gute Sicht während der Fahrt habe. Besonders weil er auch sehr lang ist.

VW T4 Rückseite Neukauf Campervan

Innen

Auch die Vorbesitzer haben ihn ausschließlich als Wohnmobil genutzt, allerdings in einer wirklich arg spartanischen Variante. Zwei selbst gezimmerte Schränke auf jeder Seite, eben Matratze auf den Boden gelegt, eine Konstruktion für Hund und Hobbyzubehör und das war’s – leider kann das nicht so bleiben, etwas mehr Komfort muss schon sein. Da kommt also noch eine ganze Menge Arbeit auf mich zu.

VW T4 Innenansicht Campervan Rohzustand

VW T4 Innenansicht Rohzustand Campervan

Vorteil von der vorherigen Nutzung ist allerdings, dass er so meistens Langstrecke gefahren ist, ein Umstand der bekanntlich ja schonend für den Motor ist.

Gefreut hat uns auch, dass er eine Bodenplatte besitzt. Die muss also nicht mehr gezimmert werden.

VW T4 Führerhaus Campervan Rohzustand

Zukünftiger Soll-Zustand

Außen

Außen soll gar nicht so viel verändert werden. Ich habe noch Dachgepäckträger beim Kauf dazu bekommen, die sollen vielleicht wieder angebracht werden. Die Aufkleber auf den hinteren Fenstern müssen unbedingt entfernt und evtl. durch Tön-Folien ersetzt werden.

Innen

Der Großteil der Arbeit wird im Innenraum anfallen. Immerhin muss ein kompletter Ausbau zum Wohnmobil gestemmt werden. Über alle Details bin ich mir dabei noch nicht im Klaren. Gerade befinde ich mich noch auf Inspirationssuche.

Natürlich werde ich über den weiteren Fortschritt hier berichten – und über die ersten Probeläufe als Campervan!


Er braucht auch noch einen Namen! Bis jetzt fühlt sich aber noch keiner richtig an. Ich freue mich über Ideen und Vorschläge!

Außerdem bin ich jetzt schon sehr gespannt, welche Abenteuer mich mit meinem T4 Camper erwarten. Und auch auf den Ausbau freue ich mich schon, auch wenn es viel Arbeit bedeutet.

Der nächste Schritt wird eine komplette Grundreinigung sein.

Hast du noch Hinweise, Linktipps, Fragen oder Vorschläge? Ich freue mich über jeden Kommentar!

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6 thoughts on “Mein neuer Camper – der VW T4! Das erste Kennenlernen

  1. Hey Sabrina,

    tolles Projekt, das da vor dir liegt! Mit 75 PS habt ihr euch ja nicht gerade für den stärksten Motor entschieden. Aber das kenn ich selbst noch von meinem T3. Der hatte sogar noch 6 PS weniger. 😉

    Tipp: wenn bzw. vor es an den Innenraum geht achte darauf, ob die Wände gedämmt / isoliert sind. Sollte dies nicht der Fall sein, würde ich das an eurer Stelle noch nachholen. Das richtige Material hilft gegen Krach und vor allem auch gegen Hitze im Sommer und Kälte im Winter.

    Zu den zugeklebten Heckfenstern: ja, man kann das sicher abmachen. Vermutlich hilft dabei ein (Heißluft)Föhn. Aber dann würde ich sie danach auch direkt wieder tönen. Ansonsten habt ihr ja Tag der offenen Tür und man sieht eben doch, dass es ein „Wohnmobil“ ist. 🙂 Mir haben dabei im alten T3 damals die Folie von Foliatec geholfen. Obwohl ich sowas nie vorher gemacht hatte, ging das Folieren super easy von der Hand. Aufwändig war nur das Runterkratzen der alten, durch UV-Licht geschädigten Folie. Dabei half viel Wasser und ein Ceranfeld-Schaber.

    So und jetzt wünsche ich euch erst mal noch viel Spaß und Freude beim weiteren Planen und Grübeln!
    Viele Grüße!

    Mario

    1. Hey Mario,
      danke für deinen Kommentar!

      Ja, ich finde auch, dass das ein tolles Projekt ist. In Sachen Motor war es mir in erster Linie wichtig, dass er in Ordnung ist. Und dass er noch nicht so viel gelaufen hat, war auch ein großes Pro – schließlich wollte ich jetzt auch nicht besonders viel Geld dafür ausgeben, da dass Projekt ziemlich spontan aufgekommen ist. Ich denke, ich kann schon ganz zufrieden sein. Bin aber auch gespannt, wie er sich letztendlich auf der Straße so geben wird.

      Das Dämmmaterial liegt sogar schon hier, diese Woche möchte ich es gerne schon anbringen. Ich bin gespannt, wie schwer oder leicht das wird. 🙂

      Die Aufkleber auf den Heckfenstern sind schon weg, aber natürlich werde ich es wieder gegen neugierige Blicke sichern. Nur dass es 100% lichtundurchlässig war vorher, das war einfach zu viel des Guten.
      Danke für den Tipp mit der Tönfolie! Der Ceranfeld-Schaber kam schon zum Einsatz, als ich die Aufkleber entfernt habe, die waren schon ein paar Jahre drauf und dementsprechend hartnäckig.

      Insgesamt sieht er jetzt schon viel besser aus, als auf den Bildern hier. Ich werde die Tage mal ein Update posten!

      Viele Grüße & Danke für die netten Hinweise! Bestimmt kann ich mir noch ein paar Tricks auf deinem Blog abschauen. 🙂

      1. Na, für ein spontanes Projekt klingt es aber dann doch gut geplant! 😉 Freue mich schon auf die Updates, dann ohne zugeklebte Fenster.

        Viele Grüße!
        Mario

  2. Achmensch, nun überlege ich doch wieder. Ich hatte die Idee, mir sowas anzuschaffen, wieder verworfen, erstens, weil ich leider keinen auskennerischen Mann habe, zweitens, weil der ADAC meinte, so eine Anschaffung lohne sich nur, wenn man mindestens 6 Wochen im Jahr on the road ist. Aber das war natürlich auf viel teurere Wohnmobile ausgelegt. Hört sich jedenfalls alles saugut an und ich bin total gespannt auf den Ausbau.
    VG
    /inka

    1. Hey, danke für deinen Kommentar!
      Ja, ich war auch überrascht, wie günstig man es schaffen kann, wenn man gewillt ist, selbst ein wenig Arbeit zu investieren. Mein Freund und ich kennen uns ebenfalls nicht besonders mit KFZ aus – aber manchmal wächst man ja auch mit seinen Aufgaben, so hoffen wir zumindest 🙂

      Ich hoffe, ich kann dann bald einen ähnlichen Beitrag bei dir entdecken.
      Viele Grüße, Sabrina

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