Roadtrip durch Frankreich und Spanien mit dem Wohnmobil

Wohnmobil Roadtrip durch Frankreich und Spanien

[Reisebericht] „Einen Roadtrip sollte jeder mindestens einmal in seinem Leben gemacht haben.“ Genau so sahen wir das auch, als wir uns diesen Sommer zu viert aufmachten um auf einem Roadtrip Frankreich und Spanien zu entdecken.

Ein Bericht zum Nachreisen. 4200 km in 14 Tagen. 


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Was, wo, wer, wie, wann, warum?

Man könnte meinen, so ein Roadtrip müsste immer von langer Hand geplant sein und eigentlich bin ich auch der Typ, der gerne alles von A bis Z vorbereitet. Doch bei dieser Reise lief es ausnahmsweise mal anders. Am Anfang des Sommers wusste ich noch gar nicht, was auf mich zukommt. Wir hatten immer mal wieder darüber gesprochen, aber wirklich hunderprozentig fest stand nichts. Relativ kurzfristig wurde erst klar, dass es wirklich dazu kommt und wer überhaupt dabei sein wird.

Der eigentliche Auslöser für die Idee zum Roadtrip war eigentlich, dass Michael – einer der Mitreisenden – vorher noch nie (!!) am Meer gewesen war. An keinem. Ich hatte schon lange geplant, dies zu ändern.

Reisefreunde Spanien Frankreich
v.l. ich (Sabrina), Adrian, Michael und Ingo

Wir kennen uns alle schon ziemlich lange (über 10 Jahre), so war mir schon von Anfang an klar, dass wir eine gute Reisegruppe ergeben würden. Das war auch wichtig, immerhin wollten wir zu viert in einem Fiat mit Wohnmobil-Ausbau wohnen. Ein Zelt sollte auch noch auf die Reise mitkommen, aber uns war schon vorher klar, dass ein gemeinsames Übernachten im Wagen manchmal unumgänglich sein würde.

Grob hatten wir festgelegt, dass wir zunächst ans Mittelmeer in Frankreich fahren wollten,um anschließend die Costa Brava entlang bis Barcelona und von dort aus einmal Spanien bis zum Atlantik zu durchqueren. Dann sollte es wieder nach Hause gehen.

An einem späten Freitag Abend Ende August ging es dann endlich los. Wir starteten in der Nähe von Dortmund und planten bis Leucate in Südfrankreich durchzufahren (ca. 1300 km). Das ist natürlich schon recht viel als erste Etappe, aber wir wollten den eigentlichen Roadtrip möglichst weit weg von zuhause erst so richtig beginnen. Außerdem konnten wir uns beim Fahren abwechseln. Wir entschieden uns – um Zeit zu sparen – dazu zumindest auf dem Hinweg die Mautstraßen zu nehmen, die es in Frankreich ja leider gibt.

Direkt am Anfang legten wir eine Gemeinschaftskasse an, die jeder sofort mit erst einmal 100 Euro befüllen musste. Davon sollten Sprit, Maut und andere anfallende Gemeinschaftskosten bezahlt werden. Diese Vorgehensweise kann ich nur empfehlen, weil wir auf vorherigen Reisen so oft das Problem hatten, hinterher die Kosten kaum noch auseinanderrechnen zu können.

Um 16 Uhr am Samstag sollten wir dann endlich da sein – nach mehr als 20 Stunden Fahrt.


Leucate – Frankreich

In Leucate mussten wir nicht lange überlegen, wo wir campen wollten. Studienfreunde von Ingo waren dort zum Surfen und so entschieden wir uns für den Campingplatz „Camping Municipal Cap Leucate“ auf dem sie auch wohnten.

Wir bereiteten erst einmal unser Lager vor, aßen eine Kleinigkeit, schauten kurz im Camp der Surfer vorbei und dann ging es natürlich sofort Richtung Strand.

Drei Tage sollten wir in Leucate bleiben und den Ort ausgiebig erkunden.

Ich glaube die Bilder erzählen mehr, als ich in Worten ausdrücken könnte.

Leucate ist einfach schön. Typisch französisch (zumindest hatte ich mir genau so ein französisches Küstenstädtchen vorgestellt), sehr gepflegt und ein idealer Reiseeinstieg. Surfen kann man dort übrigens auch ganz wunderbar.

Unser nächstes Ziel sollte Carcassonne sein.


Carcassonne – Frankreich 

Die Cité von Carcassonne ist eine mittelalterliche Festungsstadt. Sie ist von einer doppelten Mauer umgeben, welche ungefähr 3 km lang ist. Die zwei wichtigsten Gebäude innerhalb der Mauer sind die Burg „Château comtal“ und die Kirche „Basilique Saint-Nazaire“. Im Mittelalter lebten dort 3.000 bis 4.000 Menschen, heute sind es um 230 Einwohner, was nicht heißen soll, dass es dort menschenleer ist. Ganz im Gegenteil: Unmengen von Touristen werden jährlich von dieser ausgesprochen gut erhaltenen Festung angezogen und beleben die Gässchen, in denen es keinen Autoverkehr gibt. Die neue Stadt von Carcassonne hat sich um die Festung herum gebildet (und dort fahren natürlich auch Autos).

Wir wollten uns den Nachmittag über dort umsehen.

Anschließend wollten wir wieder gerne an die Küste zurück, uns dabei aber schon langsam Richtung spanische Grenze bewegen. Da wir aber kein konkretes Ziel hatten, fuhren wir einfach los und schauten, wohin es uns verschlug.

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Port-Vendres – Frankreich

Es verschlug uns dann also nach Port-Vendres, einem kleinen niedlichen Hafenstädtchen mit ca. 4200 Einwohnern. Wir fanden dort einen günstigen Wohnmobilstellplatz, der direkt neben einem kleinen Strandbereich lag, und so beschlossen wir dort die schon herannahende Nacht zu verbringen.

Abendessen gab es dann natürlich direkt am Strand. Baguette, Weintrauben und Käse – Leben wie Gott in Frankreich eben. Nur den Wein ersetzten wir durch Bier.

Für den nächsten Tag war noch einmal eine kleine Tour ins Inland geplant, bevor es endgültig nach Spanien gehen sollte.


Gorges de la Fou – Frankreich

Die Gorges de la Fou ist eine der engsten Schluchten der ganzen Welt. Man mag kaum glauben, dass der kleine Bach (die Fou), der durch sie fließt, diesen gewaltigen Einschnitt in die Felswand gegraben hat. Durch Metallnetze und eine Fußgängerbrücke ist die Schlucht für jedermann besuchbar geworden – also auch für Nicht-Kletter-Profis. Leider ist sie dadurch auch eintrittspflichtig, aber ein Besuch lohnt sich.

Schon der Parkplatz (für Wohnmobile) war irgendwie toll.

Zwischen den Felsen fiel die Temperatur und wurde es regelrecht kühl, im Gegensatz zu den sommerlichen Temperaturen, die „draußen“ herrschten.

Nach unserem Spaziergang durch die Schlucht überlegten wir, wo wir die Nacht verbringen sollten und beschlossen wild zu campen an einem entlegenen Fleckchen, was wir uns noch suchen wollten.


Arles-Sur-Tech, Frankreich

Nach einer kleinen Irrfahrt und ein paar Diskussionen landeten wir schließlich an einem Flussufer in Arles-sur-Tech, das nur ein paar Kilometer von der Schlucht entfernt war.

Die Stelle, die ich jetzt gerade nicht auf Google Maps wiederfinden kann, war gut ausgesucht:

ein klarer, schöner Fluss, ein guter Parkplatz, eine kleine abgeschiedene Feuerstelle, wir waren sofort verliebt. Ich war kaum aus dem Wohnmobil ausgestiegen, da waren die Männer der Truppe auch schon geschlossen im Wasser.

Abends richteten wir uns häuslich ein, das Zelt schlugen wir direkt am Ufer auf, dann speisten wir über dem Lagerfeuer zubereitete Hot Dogs. Traumhaft!

Ein wenig traurig war ich dann schon, als wir dieses schöne Fleckchen Erde am nächsten Tag schon wieder verlassen mussten um weiterzuziehen. Ein Trost war, dass es jetzt endlich über die Grenze nach Spanien gehen sollte.

Wild campen in Frankreich


L’Escala, Spanien

Das erste Ziel in Spanien sollte ein besonderes für mich sein: L’Escala an der Costa Brava. Genauer gesagt, musste es sogar ein bestimmter Campingplatz sein, nämlich La Ballena Allegre. Genau dort hatte ich nämlich viele Sommerurlaube meiner Kindheit verbracht, war aber seitdem nicht mehr dort gewesen und es interessierte mich, ob ich es auch mit Erwachsenenaugen noch genauso schön finden würde wie damals.

Die anderen murrten erst etwas, weil es auch der teuerste Campingplatz unserer gesamten Reise werden sollte, aber bereut hat es dann trotzdem niemand. Was dort zelebriert wird, ist schon Camping Deluxe. Eigentlich gar nicht mal das, wonach wir eigentlich suchten, aber trotzdem hat uns das Schwelgen im „Luxus“ zur Abwechslung doch dann ganz gut gefallen.

Die Badehäuser, vor allem die Duschen waren grandios! Keine wechselnden Temperaturen, kein alle-20-Sekunden-auf-einen-Knopf-drücken-müssen-damit-das-Wasser-anbleibt, so wie wir es in Leucate gehabt hatten.

Bis zum Strand waren es nur wenige Schritte (maximal 30 Sekunden Fußweg!) und der Platz verfügte auch noch über eine kleine Shopping-Meile.

Die Männer wollten den Nachmittag gemütlich am Meer ausklingen lassen, ich beschloss hingegen, eine kleine Strandwanderung zu unternehmen.

Am nächsten Tag beschlossen wir ebenfalls am Strand bis in die Innenstadt von L’Escala zu wandern. Einerseits weil wir sie uns anschauen wollten, andererseits hatten wir in Erfahrung gebracht, dass man dort einen Angelschein erwerben konnte und Angeln wollten wir unbedingt, das nötige Equipment hatten wir mitgenommen. Frische Köder brauchten wir auch.

Ingo zeigte uns wie man die Früchte von Kakteen isst (Vorsicht! Stachelig!)

Meine FlipFlops beschlossen dann in der Mitte des Ausflugs, dass sie ihre Endstation erreicht hätten.

Und das waren die neuen Wegbegleiter (ja, ich wandere darin – bis auch diese mir von den Füßen fallen mögen):

L'Escala Flip Flops Costa Brava Roadtrip

Nachdem alles was wir brauchten eingekauft war, machten wir noch in einer kleinen Bucht Rast, fingen Krebse mit einem neu erworbenen Netz (die wir natürlich wieder unversehrt in die Freiheit entließen) und ich baute meinen ersten Steinturm ever.

Abends kamen wir zufrieden, aber sehr müde wieder am Campingplatz an. Um die 7 Stunden hatten wir die Umgebung erkundet. Wir legten uns früh schlafen, denn am nächsten Tag sollte es schon wieder weitergehen.

Wir wollten die Küstenstraßen Richtung Barcelona befahren, bis wir auf einen geeigneten Platz zum Angeln, Schnorcheln und für die nächste Übernachtung finden würden.

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Sant Feliu de Guíxols, Spanien

Da waren wir also. Von der Stadt kann ich selbst gar nicht viel berichten, weil wir sie nur beim Durchfahren wirklich gesehen haben, aber es sah nach einem Ort aus, an dem die reicheren Spanier zu wohnen scheinen. Gut gepflegte, hübsche Häuser oder Villen, viele Pools, viele Blumen. Die Straßen waren extrem kurvenreich und es ging mal hoch, mal runter, was mit unserem Wohnmobil recht anstrengend zu fahren war. Als wir dann an einem kleinen Kreisverkehr landeten, von dem aus ein Trampelpfad direkt zum Meer führte, beschlossen wir dort zu bleiben. Eine sehr schlechte Idee, wie sich später noch herausstellen sollte.

Doch zunächst genossen wir die Aussicht auf die Landschaft, die wir durch die Höhe der Klippen geboten bekamen. Dann ging es die Felsen hinunter, um ans Wasser zu gelangen. Der Weg war äußerst abenteuerlich.

Bis zum Sonnenuntergang blieben wir dort. Leider war kein großer Fisch dabei, der uns als Abendessen dienen konnte. Die Kleinen entließen wir wieder in die Freiheit.

Angeln Costa Brava Roadtrip Spanien

Dafür war das Schnorcheln an dieser Stelle ein großes Highlight. Zischen den vielen Felsen, die im Wasser waren, befanden sich unzählige verschiedene Fischarten, teilweise in riesigen Schwärmen unterwegs. Ein schönes Gefühl durch diese mitten durch zu schwimmen. Wir waren schon mehrfach schnorcheln gewesen, hatten aber nie so viele verschiedene Fische an einer Stelle gesehen.

Schnorcheln Costa Brava Spanien Roadtrip

Dementsprechend verging die Zeit auch wie im Flug, und bevor wir uns versahen, war auch schon Sonnenuntergang.

Sonnenuntergang Costa Brava Roadtrip Angeln

Im Grunde hatten wir unsere kleine Bucht den ganzen Nachmittag für uns gehabt.

Doch irgendwann gesellte sich ein Mann ein Stückchen von uns entfernt dazu, badete und sonnte sich nackt, auch ein Grund warum ich ihm nicht sonderlich Beachtung schenkte. Leben und leben lassen.

Als er dann wieder gehen wollte, dachte ich auch gar nicht darüber nach, warum er unseren Aufstieg benutzte und nicht die Stelle, an der er auch heruntergekommen war. Warum auch?

Ich beschloss vor den Männern die Stelle zu verlassen und die Klippen zu erklimmen, um mich im Wohnmobil schon einmal umziehen zu können.

Als ich das Wohnmobil erreichte, wunderte ich mich schon von aus der Ferne, warum jemand das Fenster weit offen gelassen hatte. Ich öffnete die Tür und erschrak: das erste was ich sah, war dass meine ganze Unterwäsche einmal quer im ganzen Wohnmobil verteilt war. Ich stand dort wie erstarrt, als schon der erste von den Jungs ankam. Schnell realisierten wir, dass wir wirklich ausgeraubt wurden (das Fenster war aufgehebelt worden). Der Schock war natürlich riesig. Hektisch durchsuchten wir unser Wohnmobil um die Verluste festzustellen. Es hatte uns nicht besonders hart getroffen (unser ganzes Geld war noch da! Was für ein Glück! – mein Laptop auch!), aber ärgerlich war es trotzdem. Eine Kamera, meine Brille, Duschgel, Rasierer, ein Teil der Rückfahrkamera, und ein Handy. Und mein Unterwäschebeutel, was auch erklärte, warum diese so stark im ganzen Mobil verteilt wurde – der Herr brauchte etwas, um sein Diebesgut zu transportieren.

Obwohl der Schaden nicht so riesig war, war die Laune trotzdem erst einmal im Keller. Wir hatten einfach nicht damit gerechnet, weil die Gegend so gut und gepflegt aussah. Schnell realisierten wir, dass der Nacktbader wohl ein Obdachloser war, denn beim weiteren Erkunden der Umgebung stellten wir fest, dass unzählige Obdachlose ihre Lager in den umliegenden Klippen aufgeschlagen hatten. Außerdem: wer klaut denn Duschgel? Und einen Rasierer? Und diesen auch noch ohne Ladekabel. Wir blieben die Nacht über dann trotzdem dort. Nach ein paar Stunden und Bier ging es uns auch schon besser. So früh wie möglich wollten wir am nächsten Morgen unsere Reise fortsetzen.

Meine Gefühle fasste ich dann noch einmal in diesem Bild zusammen:

Wohnmobil Raub Costa Brava Spanien Roadtrip

Das Lager des Grauens:

Wohnmobil Lager Camp Costa Brava

Ja, so kam es also, dass ich diese Etappe der Reise eher mit gemischten Gefühle betrachte. Einerseits das schönste Schnorchelerlebnis, andrerseits dieser schlimme Absturz in die Realität, dass Spanien wirklich arm dran ist im Moment, und dass Diebstahl einfach auf der Tagesordnung steht. Das war uns natürlich schon vorher bewusst gewesen, trotzdem hat es uns dann kalt erwischt.

So änderten wir auch unsere Pläne, mit dem Wohnmobil direkt nach Barcelona zu fahren und nach ein wenig Internetrecherche wurde uns auch bewusst, dass das nicht die dümmste Idee war. In Barcelona werden jeden Tag Wohnmobile aufgebrochen, und im Grunde ist es nirgends richtig sicher. Die bewachten Stellplätze waren alle nicht schön gelegen oder hatten andere Mankos (teuer, laut, zu weit außerhalb). Also änderten wir unsere Pläne, nur bis kurz vor Barcelona zu fahren und in die Stadt selbst mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. Wir schauten auf die Karte, und sahen, dass Canet de Mar nah genug an Barcelona liegt, also wurde das unser spontanes nächstes Ziel.


Canet de Mar, Spanien

Der Zufall verschlug uns auf den eher versteckten Campingplatz „Camping Victoria“, einer Art Paralleluniversum in dem nur sehr, sehr alte Dauercamper leben. So kam es uns zumindest vor. Aber dadurch wirkte es noch sicherer, und genau danach sehnten wir uns ja im Moment. Wenn die alten Leute dort gut aufgehoben waren, waren wir es auch. Und im Grunde waren wir ja auch dort die Exoten.

Wir verbrachten den restlichen Tag am Strand, für den nächsten Tag stand dann endlich Barcelona auf dem Plan.


Barcelona, Spanien

Barcelona!

Ein Etappenziel, auf das ich mich besonders gefreut hatte.

Wir fuhren mit dem Zug in die Stadt und blieben entgegen unserer ursprünglichen Planung nur einen Tag. Abends wollten wir mit dem Zug wieder zurück nach Canet de Mar.

Ohne ein bestimmtes Ziel, einfach nur mit einer Karte aus einem Touristencenter bewaffnet, wanderten wir in der Stadt umher.

Und man kann es nicht anders sagen: Barcelona ist großartig! Die Architektur, die Menschen, die Atmosphäre. Vor allem gegen Spätnachmittag und Abend zieht sie einen in ihren Bann. Das Leben findet auf den Straßen statt, Alt und Jung kommen zusammen, es wird gelacht, getrunken, gespielt und geredet. Besonders die Altstadt verzaubert mit ihren vielen verwinkelten Gässchen, in denen man sich stundenlang verlieren kann. Aus diesem Grund waren wir auch nicht besonders auf eine klassische Sightseeing-Tour aus, wir wollten einfach eintauchen und uns treiben lassen.

Interessant ist auch wie die Stadt Barcelona gegen Graffiti protestiert:

Barcelona Graffiti Spanien Roadtrip

Irgendwie cool! Mit Graffiti gegen Graffiti vorzugehen.

Abends lohnt es sich am Hafen vorbeizuschauen. Überall sind schöne Lichter, und viele andere Menschen lassen ihren Tag dort ausklingen. Man kann sich einfach irgendwo niederlassen und das Treiben beobachten.

Abends waren wir schon etwas traurig, dass wir nicht mehr Zeit hier verbringen konnten. Aber wir schworen uns, noch einmal wiederzukommen… irgendwann.

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Von Barcelona nach Soorts-Hossegor

über Huesca – ohne Mautstraßen

Die erste Hälfte der Strecke war ziemlich ernüchternd. Man fährt wortwörtlich durchs Nichts. Die Landschaft ist dazu auch noch ziemlich unspektakulär und wir dachten schon, oh nein, ob das so die richtige Entscheidung war.

Das erste Mal machten wir einen richtigen Stopp nach ungefähr der Hälfte der Strecke. In Huesca. Wir hätten auch schon eher Pause gemacht, aber vorher gab es einfach nicht die Möglichkeit. Keine Restaurants, keine Supermärkte, nichts.

Etwas gestärkt ging es dann weiter und auf einmal veränderte sich die Landschaft dramatisch. Wir waren wieder in den Bergen und es war wunderschön!

Von nun an machten wir regelmäßig Pausen um die Aussichten zu genießen.

Ein etwas erschreckendes Erlebnis hatten wir auf der Strecke noch: Auf der Straßenseite des Gegenverkehrs fand eine Straßensperrung der Polizei statt. Allerdings ging das etwas anders vonstatten, als es in Deutschland der Fall wäre. Die Polizei stand dort nämlich vermummt (mit Tüchern vor dem Gesicht) und Pumpguns (!!! – wirklich! PUMPGUNS!) und hielt jeden an, der vorbeifuhr. Da rutschte uns das Herz schon ein wenig in die Hose, weil wir uns die Situation ja auch nicht wirklich erklären konnten. Zum Glück waren wir nicht betroffen, weil wir ja aus der anderen Richtung kamen.


Soorts-Hossegor, Frankreich

Spät in der Nacht kamen wir dort erst an. Wir fanden einen schönen Wohnmobilstellplatz direkt am Meer und verbrachten noch einen Teil der Nacht mit Wein am Strand bevor wir uns schlafen legten.

Am nächsten Morgen wurden wir unsanft von der Polizei geweckt. In Frankreich ist es so üblich, dass die Polizei auch für das Abkassieren der Stellplätze verantwortlich ist, diese Erfahrung hatten wir auch schon in Port-Vendres gemacht. Dieses Mal bekamen wir aber auch noch Ärger, nämlich weil wir nachts aus Versehen ein wenig Lärm gemacht hatten. Michael hatte angetrunken aus Versehen auf die Hupe gedrückt, und die Nachbarn hatten sich darüber wohl beschwert.

Zwei Tage sollten wir dort bleiben. Ursprünglich war ja der Plan gewesen am Atlantik endlich surfen zu können, aber das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung und es gab überhaupt gar keine Wellen. Also war gezwungenermaßen Strand- und Badeurlaub angesagt.


Dune du Pilat, Frankreich

Das letzte Ziel unserer Reise, bevor es wieder nach Hause gehen sollte.

Und wie wir feststellten, noch einmal ein richtiges Highlight! Die Dune Du Pilat ist die größte Wanderdüne Europas und ein Naturschutzgebiet. Umrandet ist sie von Wald, Wald und nochmals Wald, um genau zu sein über 4000 Hektar davon.

Der Ausblick von der Düne ist traumhaft. Auf der einen Seite das Meer und auf der anderen Seite ein Meer aus Wald. Ich möchte fast sagen, dass es landschaftlich mit das Schönste ist, was ich jemals gesehen habe.

Danach ging es Richtung Wohnmobil, und dann, mit einem lachenden und einem weinenden Auge, nach Hause.


Gerne wären wir noch länger geblieben, hätten noch mehr gemacht und gesehen, doch wir konnten auch ruhigen Gewissens behaupten, aus diesen zwei Wochen das Maximum herausgeholt zu haben.

Zwei Länder, zwei Meere, tausend Erfahrungen und Eindrücke, die verschiedenesten Landschaften und viel Spaß und Abenteuerlust.

Ich hoffe dieser Reisebericht kann euch inspirieren, vielleicht auf eurer eigenen Reise durch Frankreich und Spanien.

Bei Fragen oder Kommentaren: schreibt mir doch einfach!

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